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M. MIROVAN

حقوق الانسان

Menschenrechte


 
 



Berpirsê Rûpelê
Welîd Murad

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Presseerklärung
 
 

rojava.net 11.05.2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren, im Folgenden übermitteln wir Ihnen eine Presseerklärung der aramäisch-assyrischen Christen:

Presseerklärung

90. Jahrestag des Völkermordes Sayfo („Schwert“) an die Aramäer
„Auch wir Aramäer wurden ermordet.“
Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf.
Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher. (Berthold Brecht)

In der aramäischen Sprache und Literatur wird der Völkermord von 1914/15 „Sayfo" (=Schwert) genannt. Über die aramäischen syrisch-orthodoxen Christen hat es in der Geschichte zwar viele solche Beispiele gege­ben, doch die schrecklichsten Jahre waren die des „Seyfo von 1914/15". In diesen Jahren fand das erste Mas­saker des 20. Jahrhunderts durch die Jungtürken (Jöntürkler), paramilitärische kurdischen Einheiten und aufgestachelte Islamisten an den christli­chen Völkern statt, darunter auch die Aramäer Mesopotamiens (Anhänger der Syrisch-Orthodoxen, Syrisch-­Katholischen, Syrisch-Protestantischen, Syrisch-Chaldäischen und der Ostsyrisch-Nestorianischen Kirche, die sich neu­erdings Assyrische Kirche nennen).

Innerhalb weniger Wochen wurde der systematische Mordplan zur Vernichtung aller Christen im Osmani­schen Reich vorbereitet. Christliche Intellektuelle, Kirchenoberhäupter, Patriarchen, Bischöfe, Priester wurden festgenommen, gefoltert und bestialisch ermordet. Das übrige Volk wurde auf unmenschlicher Weise ausgezogen, gesteinigt, drangsaliert und bei lebendigem Leibe enthauptet und wie Vieh geschlachtet. In einem Telegraf des damaligen Gouverneurs von Diyarbakir an Talaat Pasha heißt es, dass die aufgestachelte islamische Bevölkerung nachtsüber 700 Christen außerhalb der Stadt geführt und wie Schafe enthauptet hat.
Frauen und Mädchen wurden vergewaltigt, zwangsverheiratet oder als Sklaven verkauft bzw. zwangsislamisiert. Wiederum andere wurden in die Nachbarländer durch die Wüste und unwegsame Berge und Straßen getrieben. Viele Kirchen und Klöster, aber auch ganze Dörfer wurden in Brand gesteckt und dem Erdboden gleichgemacht.

Der Anteil der Christen an der Gesamtbevölkerung vor dem Völkermord von 1915 betrug rund 33%, bis 1924 wurden drei Viertel von ihnen durch Massenmorde und Vertreibung vernichtet. Der Anteil der Christen an der Gesamtbevölkerung liegt derzeit unter 0,1%.

Bei diesem schrecklichen Völkermord haben auf aramäischer Seite rund 500.000 und auf armenischer Seite 1,5 Millionen Menschen ihr Leben verloren, so dass heute in der Südosttürkei nur noch ca. 3.000 (!) Aramäer verblieben sind. Auch nach dem ersten Weltkrieg wurden mehrere Zehntausend Menschen verschleppt und in Deportationslagern gebracht. Den verbliebenen Christen wurden hohe Steuern auferlegt, um ihnen weiterhin jegliche Existenzgrundlagen zu nehmen. Tausende Aramäer mussten aus ihrer Heimat flüchten, um sich in Sicherheit zu bringen. Heute leben sie verstreut auf der ganzen Welt. Viele Städte und Dörfer der Aramäer sind ferner ausgeplündert, zerstört und Kirchen im Moscheen umgewandelt. Die Besitztümer wurden mit Gewalt enteignet.

Mit diesem Völkermordsyndrom lebt heute jeder orientalischer Christ. Es stellt für uns eine historische Tatsache dar. Die Türkei leugnet diesen Holocaust leider bis heute ab und verurteilt je­den, der so etwas behauptet, wie auch im Falle unseres Priesters Yusuf Akbulut im Jahre 2000. Und weil dieser Völkermord heute trotzdem vielen Menschen unbekannt ist, wollen wir die ganze westliche Öffentlichkeit auf unser Schicksal aufmerksam machen.


Unsere Forderungen:

1. Anerkennung des Völkermordes an das Aramäische Volk und Wiedergutmachung
2. Religionsfreiheit und Freie Meinungsäußerung in der Türkei, insbesondere im Hinblick auf dem Völkermord
3. Anerkennung des Aramäischen Volkes in der Türkei als eine ethnische Minderheit
4. Aufklärung aller politisch motivierten Mordanschläge in den letzten 30 Jahren, die in der Süd­osttürkei an Christen verübt wurden
5. Eröffnung aller aramäischen Schulen und Förderung der aramäischen Sprache und Schrift
6. Aufhebung aller Verbote gegen unserer aramäischen Sprache und Schrift
7. Gewährung der den Aramäern zustehenden Rechte, wie Eröffnung von gemeinnützigen Vereinen, Zeitungen, Zeit­schriften, Bücher, Radio- und Fernsehsender sowie Sendungen in unserer aramäischen Muttersprache
8. Rückgabe und Renovierungen christlicher Kirchen durch finanzielle Unterstützung des türkischen Staates
9. Förderung der Infrastruktur in unserer Heimat Tur-Abdin
10. Rückgabe von beschlagnahmten und widerrechtlich enteigneten Ländereien und Güter der Christen

In diesem Sinne appelliert die Föderation der Aramäer gleichzeitig an die deutsche Öffentlichkeit, an die Presse, an die Regie­rung, an die Parteien im Parlament, sowie an die Europäische Union und an die Menschenrechtsorganisationen, sich für die Aramäer und den verfolgten und schutzlosen Christen in der Türkei, einzusetzen.

Föderation der Aramäer (Suryoye) in Deutschland (FASD) e.V.
www.oromoye.de

Köln, 23.04.2005
Kontakt: mardutho@hotmail.com




Mardutho D-Suryoye
Viele Brunnen 8

D-74912 Kirchardt

Fax: 0 72 66 / 91 55 54
Föderation der Aramäer (Suryoye) in Deutschland e.V.
 

 

 
 

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