Gemeinsam gegen politischen
Islam und Antisemitismus!
Aufruf gegen den internationalen "Al-Quds-Tag" am 29.
Oktober 2005
Im Jahr 1979 rief Ayatollah
Khomeini dazu auf, am letzten Freitag im Ramadan für die „Befreiung“
Jerusalems (Al-Quds) und die Vernichtung Israels zu demonstrieren.
Auch dieses Jahr rufen die iranische Regierung und khomeinitreue
Islamisten weltweit zu Demonstrationen auf: in Teheran und im
Libanon, in Berlin und London, in Toronto und Jakarta. Der
Al-Quds-Tag schürt antisemitischen Hass und dient der Machtsicherung
der islamistischen Diktatur im Iran und ihrer weltweiten Anhänger.
Wir UnterzeichnerInnen haben unterschiedliche Positionen im
Nahostkonflikt, aber wir protestieren gemeinsam gegen diesen
internationalen Propagandatag des politischen Islam!
Seit 1995 findet auch in Berlin
eine zentrale Demonstration zum Al-Quds-Tag statt, in diesem Jahr
voraussichtlich am Samstag, dem 29. Oktober. Anfangs wurde mit
Parolen wie „Tod Israels“ direkt die Auslöschung des
jüdischen Staates gefordert. Nachdem öffentlicher Protest dagegen
laut wurde, versuchen die Veranstalter, ihre Absichten durch
neutralere Slogans zu tarnen. Der Al-Quds-Tag ist aber keine
„friedliche Demonstration gegen Israel“, sondern ein Ausdruck
blanken Hasses. Er ist die öffentliche Manifestation eines als
Kritik an der israelischen Politik getarnten Antisemitismus und
zugleich ein Angriff gegen universalistische Werte wie Freiheit,
Gleichheit und Emanzipation.
Durch die Ideologie des
politischen Islams verbreitet sich Antisemitismus in der
muslimischen Alltagskultur. Zielgerichtet werden Kinder und
Jugendliche indoktriniert. Antisemitismus ist jedoch nicht der
einzige Ausdruck islamistischen Feindbild-Denkens. Andere Formen
dieser totalitären Geisteshaltung sind Geschlechterapartheid und
sexuelle Diskriminierung mit ihren verschiedenen Aspekten –
Homophobie, Ehrenmorde, Steinigungen. Erst kürzlich wurden zwei
Minderjährige im Iran aufgrund ihrer sexuellen Neigung zum Tode
verurteilt und erhängt. Zurzeit findet in Berlin das Verfahren gegen
die drei Brüder Hatun Sürücüs statt, die angeklagt sind, aufgrund
eines frauenfeindlichen Ehrenkodexes ihre Schwester ermordet zu
haben. Auch diese Tat hängt mit dem Gesellschaftsmodell der
Islamisten zusammen. Denn die Ideologie des politischen Islam
brandmarkt selbstbestimmte Lebensformen als „gottlos“, „verwestlicht“
und „dekadent“. Er fördert damit ein gewaltbereites Klima
unter jungen Muslimen auch in unserer Gesellschaft.
Sowohl das Wegschauen
wohlmeinender Multikulturalisten als auch der rassistische Reflex
von Abschiebeforderungen sind keine geeignete Antwort auf diese
Entwicklung. Für uns heißt Bekämpfung des politischen Islam vielmehr
Solidarisierung mit seinen Opfern. Die Bedrohung richtet sich gegen
alle, die sich der islamistischen Gesellschaftsform widersetzen. Die
Attentate von Madrid, London, Istanbul, Bali und Bagdad haben das
erschreckend deutlich werden lassen. Sie zeigen zudem, wie eng die
Vorstellungswelt des politischen Islam und die mörderische Tat
miteinander verknüpft sind.
Wir rufen deshalb gemeinsam für
den 29. Oktober zu einer Kundgebung gegen die
Al-Quds-Tag-Demonstration in Berlin auf und möchten dazu anregen,
auch in anderen Städten und zu anderen Anlässen, der islamistischen
Propaganda engagiert entgegenzutreten.

Berliner Bündnis gegen den
Al-Quds-Tag
Mehr Informationen unter: www.gegen-al-quds-tag.de.
Kontaktelefon: +49 (0)30-69569267.
E-mail: info@gegen-al-quds-tag.de