Attentat auf jezidische Dörfer
im Irak
Karin Ahrens
Wie
den Nachrichten zu entnehmen war, wurde auf zwei
jezidische Dörfer im Irak Autobombenanschläge
verübt. Die beiden Dörfer Gir Usair und Schib
Scheich Chidr liegen im Gebiet Sinjar in der Nähe
von Mossul. In diesem Gebiet leben etwa 400.000
Jeziden; sie machen dort einen Bevölkerungsanteil
von 80 % aus.
Zu diesem Anschlag hat sich eine Gruppe bekannt, die
der Terrororganisation Al-Qaida angehört. Die
Terroristen hatten am Dienstag abend vier mit
Sprengstoff beladene Fahrzeuge in den beiden Dörfern
zur Explosion gebracht. UN-Generalsekretär BanKi
Moon verurteilte diese Anschläge aufs Schärfste.
Nach letzten Meldungen des Nachrichtensenders
Al-Dschasira kamen etwa 500 Menschen bei diesen
Anschlägen ums Leben. Der Sender beruft sich dabei
auf Angaben von Krankenhausärzten.
Bei den Jeziden handelt es sich um eine religiöse
Minderheit, deren Gesamtzahl in den Ländern Irak,
Syrien, Türkei, Armenien und Georgien sowie in der
europäischen Diaspora ca. 800.000 Personen ausmacht.
In Deutschland leben ca. 45.000 Jeziden. Aufgrund
von massiver Verfolgung waren und sind Jeziden
gezwungen, ins Ausland zu flüchten. Sie werden
verfolgt und unterdrückt, einmal weil sie Kurden
sind und zum anderen Mal, weil sie Jeziden sind. In
ihrer langen Geschichte waren sie immer wieder
verfolgt worden aufgrund ihrer religiösen
Zugehörigkeit.
Die jezidische Führung strebt einen Anschluss an die
von der Kurdischen Regional Regierung regierten Zone
im Irak an. Sie verspricht sich davon einen besseren
Schutz ihrer Bevölkerung. Der Präsident der
Kurdischen Regional Regierung, Masud Barzani, hat
angeordnet, dass die Region Sinjar nunmehr von
Peshmerga geschützt werden soll. Weiterhin wurde zu
Sach-, Geld-, und Blutspenden aufgerufen.
In Europa wurden und werden zahlreiche Kundgebungen
und Demonstrationen abgehalten. Die nächste wird in
Berlin stattfinden:
Trauerkundgebung am 28.8.2007 um 12 Uhr Rotes
Rathaus, Rathausstr. 15 Berlin-Mitte, Ecke
Spandauerstr.
Kundgebung am 28.8.2007 um 13 Uhr Pariser
Platz/Brandenburger Tor
Die Veranstaltungen werden von der Gesellschaft für
bedrohte Völker durchgeführt.