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Bahram Hajou
Karin Ahrens
Der
1952 in Südwest-Kurdistan (Syrien) geborene Bahram Hajou sagt
von sich selbst Euphrat und Tigris fließen aus meinen Augen, sie
münden in meine Feder und geben mir die unermessliche Energie,
mit der ich Menschen und Land an deren Ufern male.“
Energiegeladen und ausdrucksstark sind seine Bilder, ob Menschen
oder Landschaften. In seiner gegenwärtigen Ausstellung in der
Kunsthalle FAUST in Hannover ( 31.08. bis 15.10.2006 ) sehen wir
Bilder, in denen er sich und seine Frau darstellt. Er wählte
dabei zu einem großen Teil große Formate und in einigen extreme
Perspektiven. Die Farbe wird expressiv eingesetzt, fragmentiert
die Körper. Rauhe Leinwand wird stehengelassen, kontrastiert das
Weiß, welches die Körper eingrenzt. Die männliche Figur blickt
auf den Betrachter, fragend, sich selbst vergewissernd. Die
weibliche selbstsicher. Der ewige Konflikt Mann/Frau. Gibt es
Sieger? In den Bildern, in denen sich der Künstler in extremer
Perspektive darstellt, blickt der Betrachter von oben auf die
Figur herab. Ganz tief unten zeigt er sich. Welcher Mensch hat
die Größe, so auf einen anderen herabzublicken? Sind wir Riesen?
Und der dargestellte, wie ist er?
In
den Bildern wird eine große Kraft und Energie deutlich. Der
Künstler verarbeitet in ihnen seine konfliktreiche Beziehung zu
seiner Frau. Er gewährt einen Einblick in seine Seele und geht
dabei schonunglos mit sich um. Das macht die Stärke und
Anziehungskraft der Werke Bahram Hajous aus, dass er sich
offenbart und man als Betrachter/Betrachterin in sie
hineingenommen wird. Die Bilder fordern eine Auseinandersetzung
mit ihnen. Sie lassen uns nicht kalt.
Der Künstler ist ein überaus produktiver. Die Abfolge seiner
Ausstellungen beweist das. Seit seinem Studium an der
Kunstakademie Münster 1978 bis 1984 lebt und arbeitet er dort.
Sein Leben und das, was ihm etwas bedeutet, findet man in seinen
Bildern wieder. Die Landschaften seines Herkunftslandes, die
Menschen. So entdeckt man einen Lebenslauf , gewunden
geradlinig, in den Werken des Künstlers. Geradlinig sein Weg in
die Ausstellungsräume und Galerien, gewunden sein Schicksal,
dass mit seinem Herkunfstland Kurdistan verbunden ist.
Die nächste Ausstellung Bahram Hajous ist zu sehen vom 03.11.
bis 09.12.2006 in der Galerie Carolyn Heinz in Hamburg.
Siehe auch: www.bahram.de
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