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4. Kurdisches Filmfestival Berlin
Programmhinweis für Dienstag, den 12.12.2006
Judith Wolf
Am Dienstag, den 12.12.2006 finden sämtliche
Veranstaltungen im Rahmen des Kurdischen Filmfestivals
im Eiszeit Kino (Kreuzberg) statt. Die inhaltlichen
Schwerpunkte des Tages thematisieren Flucht, Migration,
Integration, den Umgang mit staatlichen Repressalien
gegen KurdInnen im Alltag und am Ende des Abends auch
einen nicht seltenen Konflikt zwischen den eigenen
Wünschen junger kurdischer Frauen und den Plänen, die
ihre Eltern für sie haben. Dass ein Film des Abends den
Genozid an den Armeniern berührt, steht in einer –
meines Erachtens sehr guten – Tradition, die sich in den
letzten Jahren auf vielen kurdischen Veranstaltungen
etabliert hat.
Um 18:00 Uhr erzählt Karnik Gregorian mit seinem Film
„Die Gerichte meines Vaters“ anhand von fünf Gerichten
die Lebensgeschichte seines Vaters, der als Überlebender
des Genozids der Türken an den Armeniern im schwäbischen
Giengen eine neue Heimat gefunden hat.
Als Vorfilm wird der bereits am Vortag gezeigte Kurzfilm
„Bawke“ von Hisham Zaman über die Fluchterfahrung eines
Vaters und seines Sohnes wiederholt. Am Ziel angekommen
realisieren sie, dass es eine Illusion war und ihre
Probleme noch nicht gelöst sind.
Ab 20:00 Uhr folgt ein Kurzfilmblock:
„Pervane“ von Ahmet Soner zeigt, was passiert, wenn ein
türkischer Offizier den neu erworbenen Ventilator eines
kurdischen Familienvaters beschlagnahmt, der damit seine
Familie überraschen wollte.
Der im iranischen Teil Kurdistans lebende und arbeitende
Rahim Sabihi erzählt in „Satellite“ die Geschichte einer
vom Staat verbotenen Satellitenschüssel, die ein
‚Mister’ genannter Mann zum Schuldenausgleich erhält.
Nach einem gleichsam anstrengenden und amüsanten
Transport von Schüssel und Techniker wird versucht, das
verbotenen Gerät zu installieren.
Der aus Syrien stammende und sowohl im Libanon als auch
in Deutschland ausgebildete Regisseur Akram Kiro erzählt
in „Stone on Stone“ die Geschichte eines jungen
kurdischen Künstlers, der bemüht ist, sich in seiner
neuen Heimat Deutschland zu integrieren. Doch auf der
Arbeitssuche und seinem Weg durch die deutsche
Bürokratie holen ihn immer wieder grausame Erinnerungen
an seine Heimat ein.
„Escape“, ein weiterer Kurzfilm von Rahim Sabihi,
erzählt in von jemandem, der in einem Minibus sitzt,
bereit zum Attentat – doch dann kommt alles ganz
anders...
Zu Gast sind die Regisseure Rahim Sabihi und Akram Kiro.
Anschließend folgt um 22:00 Uhr der Spielfilm „Bekhals
Tränen“ von Lauand Omar. Er thematisiert einen Konflikt,
in dem sich nicht wenige junge Kurdinnen befinden.
Bekhal, die in einem kleinen kurdischen Dorf im
irakischen Teil Kurdistans lebt, möchte studieren und
etwas aus ihrem Leben machen, doch ihre Eltern haben
ganz andere Pläne und wollen das Mädchen mit ihrem
Cousin verheiraten.
Programmüberblick für Dienstag, den 12.12.2006
Eiszeit Kino (Kreuzberg)
18:00 Uhr:
Vorfilm:
Bawke
(Wiederholung)
Die Gerichte meines Vaters
Regie: Karnik Gregorian
Deutschland 2003, 52 min., dtmengU
20:00 Uhr:
Kurzfilmblock:
Pervane
Regie: Ahmet Soner
Türkei 2004, 30 min., OV
Satellite
Regie: Rahim Zabihi
Kurdistan-Iran 2006, 20 min., OmengU
Gast: Rahim Zabihi
Stone on stone
Regie: Akram Kiro
Deutschland 2006, OmdtU
Gast: Akram Kiro
Escape
Regie: Rahim Zabihi
Iran-Kurdistan 2006, 13 min.,OmengU
Gast: Rahim Zabihi
22:00 Uhr:
Bekhals Tränen
Regie: Lauand Omar
Irak-Kurdistan 2005, 82 min., OmdtU
Veranstaltungsort:
Eiszeit Kino (Kreuzberg)
Zeughofstraße 20
10997 Berlin
Tel.: 030 – 611 60 16
Veranstalter:
c/o mîtosfilm
Gabelsberger Straße 16
Tel.: 0049–030–42 01 74 92
E-Mail:
info@kurdfilmfestival.com
Weitere Informationen:
www.kurd-filmfestival.com
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