Deutsch

Gedichte
Rezensionen
Archiv
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Pêjna
Baranê


Hevgirtin

Pirtûk &
Xwendin


Urkêş


Şevçira


Kurmancî


Kurdart



Êzîdxane



بعض نافذة

كردستان
 عربياً

القوس
الثالث

Dibistan
A-Z

Qehwa sibehê
 
 
عربي
 Kurdî
 English
Redaktion  

 

H.R.R.K     West Kurdistan Intellectuals Union

27 June 2007 23:42


Mohamed Ali Djudju

   

Ein halbes Jahrhundert auf der Stelle treten

 


Mohamed Ali Djudju


Obwohl ich die Rückständigkeit der demokratischen kurdischen Bewegung in Syrien bis hin zu Ekel und Abscheu bestätige, muß ich allerdings bekennen, daß es bis zu einem gewissen Grad weder mir noch einem anderen von denen, die „außerhalb des Schwarmes zwitschern“ zusteht, die kurdische Bewegung wegen jeder kleinen oder größeren Sache ständig zu kritisieren; und zwar aus einem einfachen und klaren Grund: Wir, die wir uns selbst die Intellektuellen nennen, sind es nämlich, die in erster Linie die Verantwortung am Zurückbleiben der kurdischen Bewegung tragen. Wir - oder einige von uns - haben den Schauplatz der kurdischen Bewegung einigen rückständigen Stammes-Hinterwäldlern überlassen, die heute die Führer der demokratischen kurdischen Bewegung in Syrien genannt werden, das kurdische Volk repräsentieren und ihr Schicksal bestimmen!

Ja, wir tragen den größten Teil der Last und Schuld an der Rückständigkeit der kurdischen Bewegung in Syrien!

Die kurdischen Organisationen in Syrien sind es gewohnt, ständig ihre Kritik an den herrschenden Machthabern in Syrien zu üben, daß sie es seien, die das kurdische Volk unterdrücken und seine völkische Identität auslöschen durch Methoden, die sehr rassistisch und chauvinistisch sind. Das geschieht durch Anwendung harter und aalglatter Machtmittel. Das alles ist wahr. So haben sich diese Organisationen ebenso daran gewöhnt, sich selbst gegenseitig unter Beschuß zu nehmen durch Vorwurf des Verrats und der Verschwörung und der Anwendung billiger und äußerst schmutziger Methoden, für deren Auflistung hier aber kein Raum ist. Auch das ist wahr, aber die kurdischen Organisationen sind es absolut nicht gewohnt, Kritik bei sich selbst anzusetzen, sich zu überprüfen und Fehler ehrlich und offen einzugestehen. Leider haben die kurdischen Führer die herrschenden Machthaber um Unterdrückung, gegenseitige Ausschaltung und krankhaftes Festhalten an Positionen beerbt, obwohl sie zur gleichen Zeit die regierenden Machthaber der Diktatur und der Ausschaltung anderer beschuldigen.

Was ist folglich zu tun angesichts dieser großen Herausforderung?

Wie lange bleibt unsere demokratische kurdische Bewegung in Syrien schwach und rückständig?

Ich bin davon überzeugt, daß die Beantwortung dieser Frage in Zusammenhang mir der Beantwortung der folgenden Fragen steht:

- Ist es nicht beschämend und schändlich, daß wir uns seit einem halben Jahrhundert noch auf der Stelle bewegen?!

- Wie lange noch verbleiben einige Personen, die sehr viel Popularität erlangten, in den kurdischen Kreisen? Bis heute haben diese aus sich selbst heraus leider kein einziges Buch über Politik als Wissenschaft oder als eine eigenständige Kunst gelesen!! Sie bestimmen jedoch die Angelegenheiten der kurdischen Bewegung und sprechen in deren Namen.

- Ist es keine vaterländische, nationale und moralische Pflicht, daß die kurdische Führung auf ihre Plätze verzichtet und den Weg frei macht für eine andere junge Führung, die zumindest ein oder zwei Bücher über die Wissenschaft und Kunst der Politik gelesen hat?!!

- Ist es nicht ebenso eine vaterländische, nationale und moralische Pflicht, daß die intellektuellen syrischen Kurden ihren übertriebenen Narzißmus aufgeben und sich in die Körperschaften der kurdischen Organisationen einbringen - denn es ist keine Ehre oder
Hochachtung für eine Volk, wenn es nicht organisiert ist - ohne daß natürlich ihre kulturellen und intellektuellen Gruppen aufgehoben werden?!!

- Ist die Zeit noch nicht gekommen, unsere Denkweise zu überdenken, nachdem wir das Ergebnis unseres „auf der Stelle-Tretens“ gesehen haben?!!

- Warum geschieht die Ausschaltung des anderen unter dem Vorwand des Irrealismus und Extremismus oder was immer für verantwortungslosen Begriffen? Gibt uns die Autorität, die uns extrem unterdrückt, nicht das Recht, in großem Maße nach unseren Rechten begierig zu sein?!!

- Wann versteht die zukünftige kurdische Führung, daß es niemanden in diesem Universum gibt, seien es die Machthaber in Syrien oder die freiheitlich demokratischen Kräfte in der gesamten Welt, der sich der kurdischen Frage zuwendet, ohne daß es für dieses Anliegen eine einheitliche rechtliche Vertretung gibt, die die Mehrheit der Parteien der kurdischen Bewegung umfaßt?!!

Ist die Zeit nicht reif für die kurdische Führung zu verstehen, daß es sich bei den Staaten - einschließlich jenes, in dem wir in Unterdrückung leben - nicht um Wohltätigkeitsvereine handelt; die nichts geben, wenn du nichts bist.........nur eine Zahl im Gleichgewicht der internationalen Interessen.?!!

Die Frage, die sich selbst stellt, ist in Wirklichkeit diese:

Sind die Kurden in Syrien wirklich eine schwierige Zahl im syrischen Gleichgewicht? Oder anders ausgedrückt: Bilden die kurdischen Organisationen in ihrer augenblicklichen Realität eine schwierige Zahl in den syrischen Berechnungen, egal ob von Seiten der Regierungsmacht oder der angeblichen Opposition?

Die Antwort - mit Ja oder Nein - kommt durch das Maß an Korrektheit folgender Praktiken:

Kommt die schwierige Zahl durch das gegenseitige Überbieten im Nachgeben und durch das Herumbetteln um legale Rechte?
Kommt die schwierige Zahl durch die häufigen Spaltungen der kurdischen Parteien?
Kommt die schwierige Zahl durch die gegenseitige Beschuldigung der kurdischen Seiten hinsichtlich Verrat und Spionage?
Kommt die schwierige Zahl durch die vergeblichen Opfer zugunsten der syrischen Opposition, die jedoch bis heute eine Sache mit Namen “Kurdistan“ nicht anerkennt?
Kommt die schwierige Zahl durch die ständige unilaterale Denkweise? Gibt es nicht andere Alternativen für die Politik? Ist nicht die Ökonomie das andere Gesicht der Politik? Stellen heute nicht die Medien eine Macht dar, mit der man nur schwerlich streiten kann??

Heute sind wir alle zu einer genauen Analyse von Vernunft und Wirklichkeit des kurdischen Volkes in Syrien aufgerufen, indem wir uns ganz und gar von den sentimentalen, menschlichen Genen entfernen, die einen Faktor der Schwäche bei dem kurdischen Menschen schufen und das Unglück des kurdischen Menschen im Verlauf der Epochen exakt zum Ausdruck brachten.
Die Lösung des kurdischen Problems kommt nach meiner Überzeugung durch das Überdenken der Denkweise und Ideologien, auf die die kurdischen Parteien bauten.

Abschließend versichere ich, daß es keine Lösung für das kurdische Problem in Syrien gibt, wenn wir uns nicht selbst gut und unsere Stärken genau kennen und unser Motto ist: „Alles für Kurdistan“, damit wir uns nicht ein weiteres halbes Jahrhundert auf der Stelle bewegen.






 

 

 


 

 
Destpêkirina malperê: 01.12.2004 / www.rojava.net - © 2004-2005

HEVGIRTINA REWŞENBÎRÊN KURDÊN ROJAVA LI DERVE
rojava@rojava.net

Design: www.hesso.de
rojava.net rojava.net_INDEX_KURDI Neue Seite 1 rojava.net rojava.net Neue Seite 1 Neue Seite 1 Neue Seite 1