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Dol
Tal der Trommeln
Ein Film von Hiner Saleem
Karin Ahrens
Nur etwa zehn Personen waren außer mir im Kinosaal. Im
Sommer hat es das Kino schwer, gegen das schöne Wetter
draußen zu konkurrieren. Leicht macht es uns auch nicht
der Film. Originalsprache mit Untertiteln, so etwas
findet eh nur schwer sein Publikum. Glücklicherweise
gibt es die Filmförderung; sie verhilft Filmen zum
Start, die sonst nicht gedreht werden würden. Und wir
würden sie nicht zu sehen bekommen. Dieser Film wurde
unter Anderem vom Goetheinstitut gefördert, unterstützt
von der kurdischen Regionalregierung im Irak.
Der Film erzählt vom Leben in den kurdischen Gebieten
unter der Bedingung der Besatzung anhand des Kurden Azad
im Dorf Balliova, welches im türkischen Teil Kurdistans
liegt, an der Grenze zum Iran und Irak. Das Dorf wird
vom türkischen Militär kontrolliert. Die Soldaten
verfluchen ihren Aufenthalt in diesem gottverlassenen
Winkel der Erde und lassen dies an den
Dorfbewohnern/Bewohnerinnen aus. Anläßlich der Hochzeit
Azads mit seiner Freundin Nazenin spielt ein Musiker
auf. In einer Nebenrolle wird dieser von dem bei Kurden
und Kurdinnen bekannten und beliebten Musiker Ciwan Haco
gespielt. Die Soldaten des Militärpostens tauchen auf
und pöbeln herum. Daraus entsteht ein Streit, der in
einer Schießerei endet. Azad trifft einen der Soldaten
und flieht daraufhin. Mit einem Lastwagen kann er in das
befreite Kurdistan kommen. Er lernt hier die Kurdin
Taman kennen, die aus dem iranischen Teil Kurdistans
stammt. Sie ermutigt Azad, in den türkischen Teil
zurückzukehren, um seine Braut zu holen. Dieses erweist
sich als folgenschwer.
Die Namen gebenden Trommeln kommen in diesem Film erst
sehr spät zum Einsatz. Als dramatischer Höhepunkt.
Auffällig ist die Verwendung von Stühlen. Im türkischen
Teil Kurdistans sitzen die Menschen auf knallroten
Campingstühlen, in dem von Kurden regierten Teil Irak
sind es unterschiedliche, braune Stühle.
Die roten Stühle entsprechen in ihrem Rot dem Rot der
Türkischen Flagge. Sie sind rot wie Blut, das dort
vergossen wird.
Der Regisseur Hiner Saleem ist selbst Sohn eines
kurdischen Widerstandskämpfers. Er floh im Alter von 17
Jahren nach Italien. Heute lebt er in Paris. Mit diesem
Film war er auf der Berlinale in Berlin vertreten.
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