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H.R.K.R.D     The Kurdish Intellectuals Union- West Kurdistan- Abroad

28 January 2008 16:10

 

Hrant Dink und der Nationalismus
Karin Ahrens


Das Andere anders sein lassen, diese Toleranzleistung wird von zivilisierten Gesellschaften erwartet, aber nicht immer geleistet, wie man in Deutschland unter anderem in Hoyerswerda beobachten konnte. Nationalismus und Rassismus sind Verbündete im Kampf gegen das Andere, den/die Anderen.

Hrant Dink war Journalist und er war Armenier. Er war sichtbar, wurde wahrgenommen. Wo Minderheiten doch möglichst im Verborgenen bleiben sollten, damit die Mehrheit nicht herausgefordert wird, sich und ihren Umgang mit Minderheiten, mit dem Anderssein, zu hinterfragen.

Auf der Suche nach Identität ist der Nationalismus ein Angebot. Wie können Gesellschaften eine positive Identitätssuche leisten, ohne auf einen Nationalismus zurückzugreifen, der den/die Anderen aussondert? Das Ende des Feudalismus brachte den Rassismus, weil ein Mensch nicht gleich sein wollte mit seinem Mitmenschen, jeder ein bisschen besser. In den Köpfen existiert keine Gleichheit im Anderssein.

Gesetze, wie in Deutschland das Ausländergesetz u.ä., in der Türkei der Paragraph 301, unterstützen den Nationalismus und geben denen Recht, die sich berufen fühlen, im Namen der Nation das Andere auszumerzen. Wenn vermeintlich das Gesetzt nicht greift, greift eine aufgebrachte Menge, oder im Falle Hrant Dink, ein Einzelner zur Selbstjustiz, im Namen dieser Masse und kann sich der Zustimmung sicher sein. So auch wie sich türkische Polizisten mit dem Mörder Hrant Dinks fotografieren ließen.

Der Mensch in einer globalisierten Welt steht vor neuen Herausforderungen. Es gilt, für sich einen Bezugspunkt in diesem Großen, Ganzen zu finden. Die Nation, das eigene Kleine bietet da einen Halt, wo der Einzelne sich in der Welt zu verlieren droht. Aufgabe ist es, dabei Toleranz und Akzeptanz gegenüber Anderen zu wahren.
 

 

 

 

 


 

 
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