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H.R.K.R.D     The Kurdish Intellectuals Union- West Kurdistan- Abroad

28 January 2008 16:05

 










Anfal
Karin Ahrens









Anfal ist der Name für den Genozid an den Kurden in den Jahren 1986 bis 1988. Die Anfal-Operation wurde ausgeführt in dem vorwiegend von Kurden bewohnten Gebiet im Norden des Irak unter dem Regime Saddam Husseins. Federführend an der Aktion beteiligt war Ali Hasan al-Majid, ein Cousin Saddam Husseins. Aufgrund der massiven Einsätze chemischer Kampfmittel wurde Ersterer Chemie-Ali genannt.

Das Wort Anfal ist einer Sure des Koran entnommen und bedeutet übersetzt „legitime Beute“. Eine Maßnahme dieser Operation war die Zerstörung kurdischer Dörfer, eine weitere die Zerstörung der kurdischen Landwirtschaft. Die Bewohner der kurdischen Gebiete wurden in sogenannte Modelldörfer umgesiedelt. Diese waren so angelegt, dass sie leicht kontrolliert werden konnten. In diesen Modelldörfern gab es kaum Arbeitsmöglichkeiten, so dass die Bewohner auf Hilfeleistungen des Staates angewiesen waren. Eine gut funktionierende landwirtschaftliche Ökonomie wurde so in eine abhängige, auf Hilfeleistungen angewiesene umgewandelt. Den fruchtbaren Boden, der ehemals den Kurden gehörte, erhielten linientreue Araber. Dieses war ein weiteres Ziel der Operation Anfal, die Arabisierung der kurdischen Gebiete.

Amnesty International und Human Rights Watch sprechen von 182.000 Zivilisten, die bei dieser Operation ums Leben gekommen sind. In den Dörfern wurden die Menschen zusammengetrieben und Ali Hasan al-Majid erteilte den Befehl, alle Männer im Alter zwischen 15 und 70 Jahren hinzurichten. Allein von dem Stamm der Barzanis wurden mindestens 5000 Mitglieder deportiert und ermordet. Viele der Männer sind bis heute verschwunden. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag erkannte diesen Massenmord an den Kurden als Genozid an.

Aufgrund der massenhaften Verschleppung und Ermordung von Männern blieben die Frauen allein zurück. In einer Gesellschaft, die von Männern dominiert wird, bedeutet das die totale Isolation. Die Frauen, deren Männer verschwunden sind, können nicht wieder heiraten, bis ihre Männer offiziell für tot erklärt werden. Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, arbeiten sie bei Aghas, größeren Bauern oder schmuggeln. Sie laufen immer Gefahr, schlecht beleumdet zu sein. In der kurdischen Gesellschaft benötigt eine Frau männlichen Schutz vor Anfeindungen, Übergriffen und Verleumdungen. Den haben sie nicht. Frauen warten auf ihre Männer, Kinder auf ihre Väter. Sie haben keine andere Wahl.

In die Zeit der Anfal-Operation fällt auch der Giftgas-Angriff auf die kurdische Stadt Halabja im März 1988. Während dieses Angriffs kamen mindestens 5000 Zivilisten, manche sprechen von 8000 Zivilisten, ums Leben. Das Gebiet um Halabja und die Stadt blieb viele Jahre verseucht. Der Einsatz von Giftgas bewirkte noch Jahre nach dem Angriff Krankheiten der Atemwege und der Haut sowie genetische Defekte bei Neugeborenen.
 

 

 

 

 

 


 

 
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