Deutsch

Gedichte
Rezensionen
Archiv
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Pêjna
Baranê


Hevgirtin

Pirtûk &
Xwendin


Urkêş


Şevçira


Kurmancî


Kurdart



Êzîdxane



بعض نافذة

كردستان
 عربياً

القوس
الثالث

Dibistan
A-Z

Qehwa sibehê
 
 
عربي
 Kurdî
 English
Redaktion  

 

H.R.R.K     West Kurdistan Intellectuals Union

05 July 2007 11:27


Hiner Selîm







 


Hiner Saleem
Das Gewehr meines Vaters

Karin Ahrens

ICH HEISSE AZAD SHERO SELIM. Ich bin der Enkel von Selim Malay. Mein Großvater hatte viel Humor. Er sagte immer, daß er als Kurde auf die Welt gekommen sei, in einem freien Land. Dann kamen die Osmanen, und sie sagten zu meinem Großvater: du bist Osmane, und er wurde Osmane. Die Türken gingen, und er wurde wieder Kurde, im Reich von Mahmud, dem König der Kurden. Dann kamen die Engländer, und mein Großvater wurde Untertan Ihrer Majestät, der Königin von England, er lernte sogar ein paar Worte Englisch.
Die Engländer erfanden den Irak, und mein Großvater wurde Iraker, aber das Geheimnis dieses neuen Wortes hat er nie durchschaut; stolz darauf, ein Iraker zu sein, war er bis ans Ende seiner Tage nicht. Seinem Sohn Shero Selim Malay, meinem Vater erging es nicht anders.

ABER ICH,AZAD,ICH WAR NOCH EIN KIND.

So umreisst Hiner Saleem am Anfang seines Buches „Das Gewehr meines Vaters“ kurz die Geschichte der Kurden, im heutigen irakischen Gebiet.

Er berichtet von gezähmten Tauben seines Cousins, von dem Entkernen von Granatäpfeln, die im Garten seiner Mutter wachsen. Als LeserIn läßt man sich hineinnehmen in diese Idylle - und erschrickt. Jäh wird diese Stimmung zerstört. Milizen töten Bewohner der Stadt in der Nachbarschaft und setzen Häuser in Brand. Auch die Familie Azads muss fliehen.

In der Figur Azad Shero Selims schildert Hiner Saleem das Schicksal der Kurden zu Zeiten des Mustafa Barzani, dem Vater des heutigen Regionspräsidenten Kurdistans Masud Barzani. Es ist auch die Zeit, in der sich Saddam Hussein an die Macht im Irak putschte. Immer wieder muss die Familie fliehen, auch ins Exil im Iran. Der Vater war persönlicher Funker Mustafa Barzanis, Azad wollte auch Widerstandskämpfer sein. Aber er musste flüchten. Gelangte nach Italien als 17-Jähriger. Aufgrund der Arabisierung kurdischen Gebiets vermisste er die kurdische Sprache in der Öffentlichkeit, kurdische Kunst und kurdische Filme. So wurde er selbst Künstler.

Hiner Saleem wurde 1954 in Akrê im heutigen Irakisch-Kurdistan geboren. Mit 17 ging er nach Italien, besuchte dort die Schule. Heute lebt er als Autor und Filmemacher in Paris, in Frankreich, wo er als politischer Flüchtling weder Paß noch Wahlrecht besitzt.

1992 drehte er im Untergrund einen Film über das Leben der Kurden, dieser wurde gezeigt auf dem Filmfestival in Venedig. 1998 wurde sein erster Spielfilm „Vive la marie... et la liberation du Kurdistan“ fertiggestellt. Sein dritter Film „Vodka Lemon“ aus dem Jahr 2003 gewann den San Marco Preis beim Filmfestival in Venedig. 2005 bekam Hiner Saleem vom französischen Kultusminister den Preis „Chevalier des Arts et Lettres“. 2005 gab er auch seine Memoiren „Das Gewehr meines Vaters“, zuerst auf Englisch, heraus. Der nächste Kinofilm „Zero“ wurde auf dem Filmfestival in Cannes gezeigt. Sein letzte Kinofilm „Dol - Tal der Trommeln“ war auf der Berlinale zu sehen.




 

 

 


 

 
Destpêkirina malperê: 01.12.2004 / www.rojava.net - © 2004-2005

HEVGIRTINA REWŞENBÎRÊN KURDÊN ROJAVA LI DERVE
rojava@rojava.net

Design: www.hesso.de
rojava.net rojava.net_INDEX_KURDI Neue Seite 1 rojava.net rojava.net Neue Seite 1 Neue Seite 1 Neue Seite 1