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Experiment Kurdistan gefährdet
Karin Ahrens
Wie wir aus den Nachrichten erfahren konnten, hat das
türkische Parlament eine Resolution mehrheitlich
verabschiedet, die es türkischen Truppen erlaubt, in den
Norden Irak, die Provinz Kurdistan, ein zu marschieren,
um, wie es hieß, dort Stellungen der in der Türkei
verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zu bekämpfen.
Der Präsident der kurdischen autonomen Provinz in
Nordirak, Masud Barzani, warnte die Türkei vor einer
Invasion. Die Kurden würden sich in diesem Falle
verteidigen. Er rief die türkische Regierung zu
Verhandlungen auf. Das Problem bedürfe einer politischen
Lösung. Die türkische Regierung, die einen langen Kampf
führt gegen die kurdischen Kämpfer der PKK, lehnte
Gespräche mit der kurdischen Regierung ab.
Eine irakische Delegation weilt derzeit zu Gesprächen
mit der türkischen Regierung in Ankara; deren Vorschläge
wurden jedoch abgelehnt. Statt dessen wurden Truppen
entsandt in die autonome Provinz Kurdistan. Hubschrauber
überfliegen Dörfer. Vermuten sie dort Stellungen der
PKK?
Um was geht es in diesem Konflikt? Um PKK-Verstecke?
Oder ist die autonome Provinz Kurdistan der Kern dieses
Konfliktes? Will die Türkei Streit provozieren innerhalb
der Kurden, die Provinz Kurdistan damit destabilisieren?
Ein von Kurden selbst verwaltetes Land Kurdistan hätte
Signalwirkung auf die Kurden in der Türkei, auch im
Iran. Es würde deren Befreiungsbewegungen in ihrem Kampf
bestärken und einer Politik der Assimilierung
entgegenwirken. Es gab einige Reformen zugunsten der
Kurden in der Türkei, aber immer noch werden Menschen in
diesem Land unterdrückt, wenn sie Kurden sind. Militär
und dessen staatlich gelenkte Willkür sind der Alltag
für viele in den Südost-Provinzen der Türkei lebenden
Kurden. Da kann die türkische Regierung dem Experiment
Kurdistan im Norden des Irak tatenlos zusehen.
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